Maryam flüchtete als Kind von Somalia nach Österreich. Im dem fremden Land angekommen, lernte sie schnell und beherrschte die deutsche Sprache bald fließend. Ihren Pflichtabschluss holte sie ebenfalls nach. Danach entschloss sie sich für eine Ausbildung als Fachsozialbetreuerin in Altenarbeit. Nun der Schock: Während ihrer Ausbildung kamen Polizisten und holten die 20-Jährige ab. Der Vorfall stößt in Oberösterreich bei vielen auf Unverständnis.

Musterbeispiel der Integration

Dass viele Abschiebungen sehr wohl berechtigt sind – das steht außer Frage. Wieso aber Maryam ihr Zuhause in Ried im Traunkreis verlassen musste, entfachte viele Diskussionen. Die Empörung ist groß. Ihren Ausbildnern war sie als Vorzugsschülerin mit ausschließlich Einsern bekannt. Die engagierte und vor allem gut integrierte 20-Jährige musste am Mittwoch letzte Woche das Land verlassen. Dem genau selben Schicksal sind tausend weitere Auszubildende ausgesetzt. Der oberösterreichische Integrationslandesrat Rudi Anschober bezeichnete den Umgang mit den integrierten Jugendlichen als eine „Schande“.

Bessere Maßnahmen

Der Integrationslandesrat fordert Gegenmaßnahmen der Regierung, da vielen Auszubildenden dasselbe Schicksal droht. Widerspruch: Genau in der Pflegeausbildung fehlt es an Auszubildende. Warum musste Maryam also das Land trotz Mangelberufs verlassen? An einer fehlenden Integration oder mangelnden Deutschkenntnissen konnte es nicht liegen. Selbst der Bürgermeister des Ortes, Helmut Hechwarter (ÖVP), zeigte sich betroffen.

Politische Regelungen

Es müssen dringend politische Lösungen gefunden werden, die eine Abschiebung von gut integrierten Auszubildenden verhindern. Die Regierung muss hier aktiv werden, damit sich so ein Fall nicht mehr wiederholen kann. Doch genau hier liegt das Problem: Der Fall von Maryam droht kein Einzelfall zu bleiben. Hunderte Lehrlinge bekamen einen Negativbescheid in erster Instanz. Somit können auch sie abgeschoben werden – Integration und Engagement wird übersehen. Vor allem bei einer Ausbildung mit Mangel an Fachkräften muss das ideologische Denken aus dem Weg geschaffen werden. Jene abgeschobenen Jugendlichen könnten die künftigen Arbeitskräfte Österreichs sein. Ein Lösungsvorschlag wäre der Wechsel vom Asylrecht zum Fremdenrecht. Dadurch würde eine Daueraufenthaltsmöglichkeit garantiert werden. Das Schicksal von Maryam darf sich so nicht mehr wiederholen.

Bildnachweis: Bolognaburns by αCC BY 2.0

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