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Was hat die Regierung vor?

Die Regierung plant Deutschförderklassen für Kinder, welche nicht Deutsch als Muttersprachen haben. Ab der ersten Klasse Volksschule sollen Schüler mit Migrationshintergrund 15 Stunden pro Woche vom regulären Unterricht getrennt werden und in extra Deutschförderklassen unterrichtet werden. Diese Regelung soll zukünftig aber nicht nur für Volksschüler gelten, sondern auch für Quereinsteiger in höheren Klassen oder anderen Schulstufen. Die Deutschförderklassen werden von einer weiteren Lehrkraft unterrichtet und nicht von der gewohnten Klassenlehrerin.

„Es gibt keine Klassengemeinschaft mehr!“

Sollte dieses Konzept an Österreichs Schulen tatsächlich verwirklicht werden, sehen einige Lehrkräfte gravierende Probleme. „In meiner Klasse sitzen 3 Kinder mit Deutsch als Muttersprache, der Rest der Schüler müsse wohl die Förderklassen besuchen. Dies führt zu einer enormen Spaltung der Klasse.“ sagt die erfahrene Wiener Lehrerin. Wie soll der reguläre Lehrplan durchgezogen werden und effizient an die Schüler übermittelt werden, wenn der Großteil der Klasse die meiste Zeit fehlt. Der Schulanfang ist für die Kinder eine aufregende und oftmals auch angsteinflößende Zeit, darum sei es wichtig, den jungen Schülern als Lehrkraft in Form einer Bezugsperson zur Seite zu stehen. Durch die andauernde Trennung der Klasse würde dies nicht zu einer Schüler-Lehrer Beziehung führen und einer Klassenbildung entgegenwirken.

Im spielerischen Schulalltag lernen die Schüler auch ohne Förderungskurs schnell Deutsch

„Die meisten meiner Kollegen inklusive mir, halten nichts von der Spaltung der Klasse. Ich beobachte es in meinem Alltag als Lehrkraft immer wieder, wie die Kinder spielerisch und vor allem im Kontakt mit österreichischen Kindern Deutsch lernen.“, betonte Andrea E. Da die Schüler mit Migrationshintergrund die meiste Zeit von der regulären Klasse getrennt sind, bleibt auch die soziale Eingliederung der Mitschüler auf der Strecke.

Ob die separaten Deutschförderklassen tatsächlich eine sinnvolle Lösung sind oder ob sie nur zusätzliche Defizite in anderen Unterrichtsgegenständen verursachen, wird man vielleicht schon im Schuljahr 2018/19 sehen.