Lebensmittelverschwendung – das drittgrößte Klimasünderland

Gemüse Die Lebensmittelverschwendung trägt stärker zur Klimaerwärmung bei, als vielen bewusst ist

Laut Welthungerhilfe landen 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Müll. Trotzdem hungern 810 Millionen Menschen auf der Welt. Zum Vergleich: Das ist über 91-mal die österreichische Bevölkerung.

Allein in der EU werden laut einer FAO-Studie durchschnittlich 280-300 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr und Person weggeworfen. Rund ein Viertel der gekauften Lebensmittel landet, zum Teil ungeöffnet, im Müll. Deshalb ist es umso wichtiger, dass man auch als Einzelperson gegen diese Verschwendung ankämpft.

Österreicher werfen über 835 Tomaten im Jahr weg

Laut einer Studie des WWF (2016) landen in Österreich jährlich rund 760.000 Tonnen Lebensmittel im Müll. Diese Zahl setzt sich aus der kompletten Wertschöpfungskette zusammen. Allein in österreichischen Privathaushalten landen im Jahr 366.700 Tonnen Lebensmittel im Müll – 206.000 Tonnen davon wären vermeidbar. Das ist eine Zahl, die man sich bildlich kaum vorstellen kann. Mit diesen vermeidbaren Lebensmittelabfällen könnte man über eine Million Menschen ein ganzes Jahr lang ernähren. Das sind mehr Menschen, als in der gesamten Steiermark leben.
Zu diesen Lebensmitteln zählen sowohl noch Genießbares als auch Ungenießbares und Speisereste. Also nicht nur Lebensmittel, welche das Haltbarkeitsdatum überschritten haben, sondern auch solche, die noch genießbar sind oder auch Konserven (welche ja nahezu ewig halten). In Zahlen ausgedrückt: Das ist so, als würde jeder Haushalt rund 58 Eier pro Woche wegwerfen.

Die am häufigsten weggeworfen Arten von Lebensmitteln sind Brot, Süßwaren und Backwaren, dicht gefolgt von Obst und Gemüse. Am dritthäufigsten landen Milchprodukte und Eier im Müll. Fleisch und Fisch folgen als Viertes.

Lebensmittelverschwendung als drittgrößtes Klimasünderland

Um Lebensmittel zu produzieren, braucht man viele Ressourcen. Auch Flächen zum Anbauen und zum Halten von Tieren. Genauso wie Wasser und Energie für die Erzeugung und für den Transport.

Werden Lebensmittel weggeworfen, dann sind die Ressourcen verschwendet worden und können auch nicht mehr zurückgeholt werden.
Die USA und China sind die größten Klimasünder der Erde. Wäre die Lebensmittelverschwendung ein Land, dann würde sie direkt auf Platz drei landen. Denn laut „Mutter Erde“ ist Lebensmittelverschwendung für 3,3 Gigatonnen CO2 Emissionen verantwortlich.

Warum schadet Lebensmittelverschwendung der Umwelt?

Es beginnt schon damit, dass ein Drittel der Landwirtschaftsfläche Platz für Lebensmittel einnimmt, die niemals gegessen werden. Der Wasserverbrauch für diese Flächen ist dreimal so hoch, wie in den Genfer See passt.

Außerdem trägt der hohe Fleischkonsum enorm zur Umweltbelastung bei. Österreich gehört mit 100 Kilogramm Fleischkonsum pro Person und Jahr zu den Ländern mit dem größten Fleischverbrauch. Je nach Tierart braucht man für die Erzeugung von nur einem Kilogramm Fleisch 6-16 Kilogramm Futter. Bei den verschwendeten Lebensmitteln liegt Fleisch zwar „nur“ auf Platz vier, es trägt dennoch maßgeblich dazu bei.

Seit man keine Lebensmittelabfälle mehr an Tiere verfüttern darf, ist der Sojaimport gestiegen, was ebenfalls wieder die Umwelt belastet.

Die Mengen an Ressourcen, die in der Tierhaltung verbraucht werden, machen ein Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen aus. Das trägt also stärker zur Erderwärmung bei, als der Verkehr.

Es liegt in unser aller Verantwortung, auf unseren Planeten Acht zu geben – wir haben nur eine Erde. Wie Ihr als Einzelperson etwas bewirken könnt, könnt Ihr hier lesen!

Beitragsbild: „Lebensmittel / Gemüse“ by Tim Reckmann, CC BY 2.0 (zugeschnitten)

1 Kommentar

  1. Ein wichtiges Thema, dass auch in der derzeitigen Situation nicht unter den Tisch gekehrt werden sollte.
    Die Zahlen sind einfach nur erschreckend. Ich hoffe, dass bald jeder versteht, dass hier etwas unternommen werden sollte. Besondern den Spruch “mindestens haltbar bis, heißt nicht tödlich ab”, sollte sich schön langsam mal jeder verinnerlichen.

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