Im März wurde bekannt, dass die Abteilung für krebskranke Kinder in Vorarlberg geschlossen werden soll. Die Behandlung der jungen PatientInnen sollte nach Innsbruck verlegt werden. Laut Angehörigen ist das jedoch eine finanzielle und vor allem psychische Belastung für betroffene Familien. Nach allgemeiner Empörung wurde die Suche nach einem neuen Kinderonkologen beschlossen, der die Station in Dornbirn weiterführen soll. Auch das Krankenhaus St. Gallen wäre sonst eine Alternative zur Uniklinik Innsbruck.

Silvia Türk, die beim Gesundheitsministerium für Qualitätssicherung zuständig ist, erläutert in einem Telefonat mit dem ORF die weitere Vorgehensweise. Sie kritisiert außerdem die Verwendung des Begriffs „Kinderonkologie“ in diesem Zusammenhang.

St. Gallen als Alternative

Zuerst wurde das Schweizer Krankenhaus in St. Gallen als mögliche Alternative genannt. Landeshauptmann Markus Wallner äußert sich besorgt gegenüber dieser Idee. Die Uniklinik Innsbruck hat nämlich rechtlich einen Versorgungsauftrag gegenüber Vorarlberg. In St. Gallen könnten jedoch Schweizer Kinder bevorzugt werden, sobald es Engpässe gibt. Zudem kommen Unterschiede im Therapieangebot.

Suche nach Kinderonkologen wird fortgesetzt

Die Suche nach einem Nachfolger für Primar Bernd Ausserer gestaltet sich jedoch als schwierig. Bürgermeisterin Andrea Kaufmann kann das gut verstehen:

„Wer neun Jahre in eine Ausbildung investiert, will nach Möglichkeit auch in einem kinderonkologischen Zentrum arbeiten. Das kann Dornbirn nicht bieten.“

Aber war nicht die ganze Zeit von der „Kinderonkologie Dornbirn“ die Rede? Tatsächlich ist dieser Begriff falsch. Denn für ein „kinderonkologisches Zentrum“ müssen unter anderem auch Knochenstammzellen, Dialysen und Transplantationen angeboten werden. Bei der Vorarlberger Einrichtung handelt es sich somit lediglich um eine Kinderheilkundeabteilung, wo betroffene PatientInnen von einem Kinderarzt betreut werden. Und das ist laut Türk auch ohne Onkologen möglich. Denn das Bundesland Vorarlberg hat inzwischen angeboten, auszubildenden Kinderärzten in Dornbirn die neunmonatige Onkologie-Schulung zu finanzieren. Somit könnte das Therapieangebot weiterhin bestehen, sofern ein qualifizierter Kinderarzt die Verantwortung übernimmt.

 

Goschat hat über dieses Thema bereits berichtet. Den Artikel findest du hier.

Titelfoto (c) Sick Baby Girl, Kourtlyn Lott, CC-BY-ND 2.0