Alle zwei Sekunden wird ein Mensch zur Flucht gezwungen

Der Global Trends-Bericht wird jährlich weltweit zum Weltflüchtlingstag am 20.06 veröffentlicht und informiert über den neuesten Stand der internationalen Fluchtsituation.

Der Bericht zeigt, dass es weltweit  mehr Flüchtlinge, Asylsuchende und Binnenvertriebene gibt, als Frankreich und Großbritannien EinwohnerInnen haben. Jeder 110. Mensch auf der Erde ist auf der Flucht. Täglich werden rund 44.500 Menschen vertrieben. Das bedeutet, alle zwei Sekunden ist ein Mensch zur Flucht gezwungen.

Hauptursachen für die Rekordzahl an Flüchtlingen 2017 waren vor allem die Krise in der Demokratischen Republik Kongo, der Krieg im Südsudan und die Flucht Hunderttausender Rohingya-Flüchtlinge aus Myanmar nach Bangladesch.

Mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge sind Kinder

Global Trends räumt auch mit ein paar „gefühlte Wahrheiten“ auf. Zum Beispiel die Überzeugung, dass der größte Teil der Flüchtlinge in den Industrieländern des Nordens Schutz gesucht haben. Allerdings ist das nur jeder Siebte. 85 Prozent der Flüchtlinge leben in Entwicklungsländern, die häufig bettelarm sind und kaum Hilfe erhalten, um die Flüchtlinge zu unterstützen. Die meisten Flüchtlinge bleiben in den Nachbarländern ihres Heimatlandes oder sind Binnenvertriebene, die ihr eigenes Land nicht verlassen haben. Das erschreckende: Mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge sind Kinder (53 Prozent).

 

Situation in Österreich

Der Global Trends Bericht basiert auf Daten der UNHCR, nationalen Regierungen und weiteren Partnern. Laut diesen ist die Zahl der Asyl-Erstanträge in Österreich stark gesunken – von rund 40.000 (2016) auf ca. 22.000 (2017).  Und auch erste Daten von Eurostat zeigen einen weiteren Rückgang der Anträge für dieses Jahr.

 

Hier findet ihr den vollständigen Bericht: Global Trends Report

Bildnachweis: Flüchtlinge in Ungarn unterwegs nach Österreich von Joachim Seidler(CC BY 2.0)

Grafiken: UNHCR