„Es ist nicht so, dass die Kinder generell nichts kapieren“, erklärt uns Lilli und ergänzt: „Das eine Kind braucht Hilfe beim Dividieren, das andere beim Subtrahieren. Das kann man nicht verallgemeinern.“

Kinder nicht aus „gewohntem Umfeld reißen“

In Lillis Klasse sitzen 24 Kinder, nur zwei von ihnen haben Deutsch als ihre Muttersprache. „Als Lehrerin will man sich so gut wie möglich um alle Kinder kümmern, das geht aber nicht bei 24 Kindern, die alle unterschiedliche Bedürfnisse haben“, schildert uns Lilli ihren Alltag. Angesprochen auf die Deutschförderklassen zeigt sich Lilli vorsichtig optimistisch: „Natürlich sollten Kinder, die kein Deutsch können, es so schnell wie möglich lernen. Allerdings glaube ich nicht, dass es hilfreich ist, sie dazu aus ihrem gewohnten Umfeld zu reißen.“

„Hätte mir Unterstützung gewünscht“

Vor etwa einem Jahr hat Lilli zwei Kinder in ihre Klasse bekommen, die überhaupt nicht Deutsch konnten. Inzwischen sprechen beide gut Deutsch, können sich mit dem Rest der Klasse verständigen und sind in den Klassenverband integriert. Lilli musste diese Aufgabe alleine bewältigen: „Natürlich hätte ich mir hier Unterstützung gewünscht. Vielleicht wäre es dann auch schneller gegangen, aber die Kinder aus der Klasse zu reißen, wäre meiner Meinung nach nicht der richtige Ansatz gewesen.“

Plan hat Potenzial

Für die junge Lehrerin aus Wien bietet die aktuelle Debatte Chancen, auch wenn der derzeitige Plan in ihren Augen nicht die beste Lösung ist. „Ich glaube, man hätte hier die Chance, etwas zu verbessern und das sollte man tun. Würden zusätzliche und fachlich für Deutsch als Zweitsprache ausgebildete Lehrkräfte die Kinder innerhalb der Klasse individuell unterstützen, wäre das in meinen Augen wirksamer“, meint Lilli abschließend.

*Name von der Redaktion geändert