Er gilt nicht nur als Dressman der neuen italienischen Regierung: Lugio di Maio glänzt auch als neuer Stern der „Fünf Sterne – Bewegung“ in Italiens Wenderegierung. Fast hätte er es auf den Stuhl des italienischen Ministerpräsidenten geschafft. Doch auch sein Karriereweg bis zum Vizepremier und Arbeitsminister ist bemerkenswert. Einem wird sein Lachen vergangen sein. „Bevor er ins Parlament gewählt wurde, ist Di Maio noch mit Papas Taschengeld Pizza essen gegangen“, spottete Kampaniens Regionalpräsident Vincenzo De Luca noch vor nicht zu allzu langer Zeit über seinen engeren Landsmann. Nun ist di Maio ihm übergeordnet.

Was braucht ein Minister?

Di Maios Lebenslauf ist allerdings beeindruckend, wenn auch auf eine andere Art. Versuchte Studien, Ordner im Fußballstadion des SSC Napoli, Kurier und Webmaster. Das kann der 31-jährige politische Jungstar als Erfahrungen für das einflussreiche Regierungsamt vorweisen. Reicht das um als Mastermind in Italiens neuer Regierung letztlich auch entscheidenden Einfluss auf die gesamte Europäische Union auszuüben? Was reitet die WählerInnen weltweit, Menschen in Entscheidungspositionen zu wählen, von denen sie selbst vermutlich kein Gebrauchtauto kaufen würden? Die Lust es „denen da oben zu zeigen“ scheint jegliche Vernunft zu besiegen. Oder aber liegen alle falsch, die in traditionellen Bahnen denken? Schon die nahe Zukunft wird es uns zeigen. Es ist ein gewagtes Experiment.

Foto: Stadio San Paolo Napoli by napuliker, CC BY 3.0