Beginn der Eröffnungsshow. Conchita als Maria Kutschera (Foto: ©Heinke Wolf)

1993 hat der Gründer und Organisator, Gery Keszler, den Life Ball zum ersten Mal ins Leben gerufen. Damals war es noch purer Aktionismus, der durch „Angst und Verzweiflung, Wut und Trauer“ eine Öffentlichkeit für betroffene Menschen schaffen sollte. Heute ist der Ball die größte Benefiz-Veranstaltung in Europa zu Gunsten HIV-infizierter und AIDS-erkrankter Menschen.

Die Nachricht, das HI-Virus in sich zu tragen, galt vor 25 Jahren als Todesurteil. Heute sind die Viren dank moderner Therapie so gut zu behandeln, dass sie bei erkrankten Menschen nicht einmal mehr nachgewiesen werden und für Andere keine Ansteckungsgefahr besteht.

Doch obwohl AIDS keine tödliche Diagnose mehr ist, werden Erkrankte oft von ihrem Umfeld mit Vorurteilen abgestraft. Darum werden beim Life Ball nicht nur Spenden für die Aidshilfe gesammelt, oder mit der Kampagne „Know your status“ auf Früherkennung und Prävention hingewiesen. Der Ball soll vor allem auch für Toleranz, ein offenes Miteinander und die Vielfalt eine Bühne bieten.

Deswegen wollte Maria zu Beginn der Eröffnungsfeier auch ihre Hochzeit absagen, nachdem ihrem Zukünftigen herausgerutscht ist, dass Männer in Kleidern unnatürlich seien. „Es kann nur rausrutschen, was auch wirklich in einem drinnen ist“ antwortete Maria unter großem Applaus. Doch nicht nur die ESC Gewinnerin wurde am Abend für ihre Aussagen umjubelt. Auch die Auftritte des Olympioniken Gus Kenworthy, der bei den olympischen Winterspielen 2018 durch einen Kuss mit seinem Lebensgefährten mediale Aufmerksamkeit bekam, oder der Auftritt der „Know your status“-Botschafterin Paris Jackson, wurden vom Publikum begeistert gefeiert.

„Toleranz endet nicht am Rand der eigenen Meinung, sie beginnt erst dort!“ – Gernot Blümel

Zusätzlich zu weiteren prominenten Vertretern, wie Oscarpreisträger Adrien Brody, Cesár Sampson (ESC Teilnehmer 2018) und Patti LaBelle, war mit Gesundheitsministerin Hartinger-Klein, dem alten Bürgermeister Michael Häupl, sowie seinem Nachfolger Michael Ludwig und Kulturminister Gernot Blümel auch die Politik beim Charity-Event vertreten.

Einen eindrucksvollen Auftritt hatte Gardiner von Trapp, der Urenkel von Georg von Trapp, der aus seinem emotionalen Brief an das Life Ball Team vorlas und daran erinnerte, dass die Flucht aus der eigenen Heimat leider jeden betreffen kann. Wichtig sei es aber, die Heimat niemals aus dem Herzen zu verlieren.

„Würde es Wien auch so geben, wenn es den Life Ball nicht gegeben hätte?“ – Gery Keszler

Besonders umjubelte das Publikum die berührende Rede des Organisators Gery Keszler, der sich bei seinem Rückblick auch bei unserer Stadt bedankt hat, für den wunderbaren Weg, den Wien und der Ball in 25 Jahren zusammen gegangen sind.

Nach der traditionellen Modeschau, bei der 25 große Modehäuser ihre Designs für Hochzeiten präsentierten, wurde es dann auch endlich Zeit für das Ja-Wort von Maria Kutschera und Georg von Trapp, begleitet durch den Opernsänger Jonas Kaufmann.

Für die Zukunft wünscht sich Gery Keszler, dass „AIDS endgültig Geschichte wird“ und Toleranz noch weiter in den Köpfen der Menschen Platz findet. Wenn rund 15.000 Besucher zusammen auf dem Rathausplatz „I can’t help falling in love with you“ singen, dann fühlt man, dass wir damit auf einem guten Weg sind.