Matthias Strolz ist zurückgetreten. Bereits nach seinen ersten Worten war klar: Heute werden Tränen fließen. Minutenlang stellt er sich dem Kampf gegen seine eigenen Gefühle. Immer wieder musste der nunmehrige Ex-NEOS-Chef kurze Pausen einlegen, doch schlussendlich verlor er den Kampf und ließ seinen Emotionen freien Lauf.

Das Herz sagt Stop

Für viele kam der Rücktritt unerwartet. Das, obwohl Strolz schon von Beginn an klargestellt hatte, dass seine politische Karriere kontrolliert enden werde. Gerade jetzt, nach einer Serie erfolgreicher Wahlen, hatte aber niemand damit gerechnet.

„Ich folge der Stimme meines Herzens“.

Das war seine einzige Begründung für seinen überraschenden Schritt. Ein Politikerherz, das blutet. Schließlich war die pinke Partei sein Herzensprojekt, das er mit viel Liebe aufgezogen hat.

Rücktrittsflut

Strolz folgt den Parteichefs Eva Glawischnig, Reinhold Mitterlehner und Werner Faymann . Das macht vier Rücktritte in den letzten zwei Jahren. Eine wahre Rücktrittsflut in der österreichischen Politik. Besser: eine Rücktrittsflut der Parteichefs. Die Pinken stehen nun vor großen Herausforderungen. Die Wiener NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger zeigt sich offen für die Nachfolge. Die offizielle Wahl erfolgt Ende Juni. Auch für Sie wird es kein leichter Weg werden. Strolz war der rhetorische Wunderwuzzi der NEOS. Seine Fußstapfen sind groß.

 

Bildnachweis: Matthias Strolz-4262 by Franz Johann MorgenbesserCC BY-SA 2.0