Seit 2005 hat sich der Anteil, der in Österreich lebenden Deutschen mehr als verdoppelt. Das macht sie seit mehr als 10 Jahren zur größten Minderheit in unserem Land – das zur Verwunderung vieler. Die zweitgrößte Minderheit bilden Serben mit etwa neun Prozent. Knapp gefolgt von Türken.

Aber welche Gründe locken unsere großen Nachbarn aus dem Norden nach Österreich?

Bessere Arbeitsmarkt- und Ausbildungssituation

Einer der wohl wichtigsten Gründe ist der österreichische Arbeitsmarkt. Es gibt mehr Jobs und die Bezahlung ist auch besser. Im Tourismussektor sind sie besonders stark vertreten und das vor allem als Saisonarbeiter.

Darüber hinaus stellt der Numerus clausus für viele Schulabsolventen eine große Hürde dar. Deshalb kommen viele Deutsche zum Studieren nach Österreich. Denn bei uns gibt es nur selten Studienplatzbeschränkungen.

Zusammenfassend gesagt: Arbeitsmarkt und Studiumssituation sind attraktiver als in Deutschland.

Wir leben im selben Kulturkreis

Dennoch sind das nicht die ausschlaggebenden Gründe für den Zuwachs. Aber woran liegt es dann?

Uns verbindet die gemeinsame Sprache, auch wenn sich ein paar Begrifflichkeiten unterscheiden. So sagen die Deutschen zum Beispiel „Tüte“, wir hingegen „Sackerl“. Aber am Ende des Tages sprechen wir beide Deutsch und können uns problemlos miteinander unterhalten.

Dass wir in einem ähnlichen Kulturkreis leben, zeigt sich auch in unseren Ess- und Trinkgewohnheiten. In der Früh gibt es zum Beispiel eine Semmel („Brötchen“) mit Marmelade und Kaffee. Am Abend darf dann auch das Bier nicht fehlen.

Auch die räumliche Nähe ist ein entscheidender Grund, warum es Deutsche nach Österreich zieht. Faktoren wie die Arbeitsmarkt- und Ausbildungssituation kommen dann eben noch dazu. Trotz allem müssen wir uns bewusst sein, dass mehr Österreicher in Deutschland leben, als Deutsche in Österreich. Und das obwohl Deutschland 10 Mal so viele Einwohner hat.

Die Liebe zwischen zwei Nationen

Fest steht jedenfalls: Österreicher und Deutsche begegnen sich in ihrem Leben regelmäßig (Urlaub, Job, etc.) und so kann es auch mal vorkommen, dass der Auswanderungsgrund ein ganz persönlicher ist: „Ich bin vor über 30 Jahren nach Österreich gekommen, weil ich die Liebe meines Lebens getroffen habe“, so Sabine B. (53, Apothekerin).