Wir treffen Klaus*, der bis vor einiger Zeit noch im Strafvollzug war. Er hat im gelockerten Vollzug, auf justizeigenen Landwirtschaften gearbeitet und verbrachte den Endvollzug in der Freigängerabteilung. Während er sich untertags selbst versorgen und auch einer Arbeit nachgehen konnte, musste er abends zurück ins Gefängnis. „Es geht im gelockerten Vollzug freier als im Normalvollzug zu, dennoch mindert er nicht das Gefühl des Eingesperrtseins.“

„Die Häfnbrüder kosten uns so viel an Steuergeldern“

„wenn ich für € 1.800,- gearbeitet habe, sind mir im endeffekt € 150,- geblieben. € 150,- gingen in meine Rücklage, der Rest in die Justiz.“

Diese Meinung vertreten zahlreiche Menschen, doch die Realität sieht anders aus. Während der Freigang auf der einen Seite die Umgewöhnung in den Alltag erleichtert, bringt er auch seine Schattenseiten mit sich: Die zur Verfügung gestellten Geldmittel sind zur Selbstversorgung kaum ausreichend. „Ich kenne keinen Mithäftling, der im Freigang nicht hätte zurückgreifen müssen auf Geldmittel, die er von der eigenen Familie bezogen hat, um hier durchzukommen.“, erzählt Klaus.

Von dem Geld, das ein Häftling für seine Arbeit erhält, sieht er nämlich nur einen Bruchteil. Das Meiste davon erhält die Justiz, womit diese sich im Haftbereich gut selbst erhalten kann. „Wenn ich also für € 1.800,- gearbeitet habe, sind mir im Endeffekt € 150,- geblieben. Weitere € 150,- gingen in meine Rücklage, der Rest in die Justiz.“

Die Entlassung war für Klaus keine große Umstellung: „Mir wurden vor meiner Entlassung Ausgänge am Wochenende genehmigt, also war das für mich alles nicht mehr fremd. In meinem Fall ging irgendwie eines ins andere schleifend über!“
Psychologische Hilfe nahm er nicht in Anspruch. Seine Kernfamilie begleitete ihn zurück ins Leben.

Ausgrenzung im Alltag

„Man muss sich eben mit Jobs zufrieden geben, die nicht so hoch dotiert sind“

Auch mit Ausgrenzung wurde Klaus bereits konfrontiert. „Mit diesen Dingen muss man allerdings leben. Unsere Gesellschaft ist so aufgebaut, dass man ab- und ausgrenzt.“ Auch bei der Jobsuche stellt seine Gefängnis-Vergangenheit ein Problem dar. Hierbei ergänzt er jedoch, dass es kein Ding der Unmöglichkeit ist, Arbeit zu finden: „Man muss sich eben mit Jobs zufrieden geben, die nicht so hoch dotiert sind.“

„es gibt menschen, die sich bessern, sich von der Kriminalität distanzieren und solche, die rausgehen und den nächsten Blödsinn starten.“

Doch auch Klaus bemerkt die große Rückfallrate bei Häftlingen. „Es gibt Menschen, die sich bessern, sich von der Kriminalität distanzieren und solche, die rausgehen und gleich den nächsten Blödsinn starten. Es gibt viele, die nicht lernen und wieder straffällig werden.“ Bedauernswert ist, dass gerade diese Häftlinge die öffentliche Meinung bestimmen.

Für Klaus war die Haft eine Lehre. Mithilfe seiner Kernfamilie, die ihn über diese schwere Zeit hinweg unterstützt hat, konnte er sich wieder ins normale Leben integrieren. Er möchte mit der Vergangenheit abschließen und nicht mehr straffällig werden.

*Name von der Redaktion geändert.