Bundeskanzler Sebastian Kurz (2.v.l.), Vizekanzler Heinz-Christian Strache (m.), Bundesministerin Karin Kneissl (l.), Bundesministerin Margarete Schramböck (2.v.r.) und Regierungssprecher Peter Launsky-Tieffenthal (r.) beim Pressefoyer nach dem Ministerrat am 4. April 2018. © BKA/Dragan Tatic

Fast die Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher sind eher bis sehr zufrieden mit der bisherigen Regierungsarbeit – das zeigt eine OGM-Umfrage im Auftrag von Servus-TV. 28 % der Befragten sind wenig und 17 % gar nicht zufrieden. Um einen tieferen Einblick zu bekommen, fragte ich nach einzelnen Meinungen zur Einstellung gegenüber der aktuellen Regierung.

Vier völlig verschiedene Personen – vier völlig unterschiedliche Meinungen:

Doris F., Wien – Floridsdorf, Angestellte

Die Dame Anfang 50 teilte mit einem Lächeln auf den Lippen und ein wenig Ironie mit, keine Enttäuschung zu verspüren, da keine hohe Erwartung gegenüber der schwarz-blauen Regierung da war. Dass Doris F. kein großer Freund der blauen Partei zu sein scheint, wird im Gespräch sofort klar. Sie erzählt, dass das größte Ärgernis für sie das gekippte Rauchverbot sei, welches schließlich die ÖVP noch in Koalition mit der SPÖ beschloss. Aber auch die „Umfärbung“ macht ihr deutlich zu schaffen, denn wichtige Positionen des Innenministeriums der FPÖ zu überlassen, bezeichnet sie als verantwortungslos.

Katharina B., Wien – Liesing, arbeitslos

Die 24-jährige Wienerin aus Liesing ist mit der derzeitigen Regierung durchaus zufrieden. Sie sei sich sicher dies liege daran, dass sich die Demokratie in Österreich durchgesetzt hat. Somit gäbe es keine großen Bedenken für sie. „In unserem Land herrscht keine Unterdrückung von Frauen oder keine Diktatur und dies ist ist mir das Wichtigste“, so Frau B. „Was Sebastian Kurz angeht, bin ich noch etwas im Zwiespalt, denn jemandem der gerademal wenige Jahre älter als ich ist, schenke ich noch nicht mein ganzes Vertrauen“ erklärt die 24-jährige Arbeitslose.

Alexander F., Wien – Neubau, Pensionist (ehemaliger Lehrer)

„Überhaupt nicht zufrieden“ war die erste Antwort, die mir der Wiener Pensionist harsch entgegenbrachte. Geflüchtete Personen „konzentriert“ unterzubringen, wie es Innenminister Kickl im Jänner dieses Jahres bekannt gab, ist nicht die Art von Umgang, den sich Alexander F. mit, teilweise schwer traumatisierten, Menschen wünscht. Generell meint er, dass durch die schwarz-blaue Regierung negative Stimmung und Hetze verbreitet wird. In einer Zeit in der seine Enkelkinder aufwachsen, hätte er sich mehr Harmonie und gegenseitige Unterstützung in der Gesellschaft gewünscht.

Lena B., Wien – Favoriten, Studentin

Große Bedenken hat Lena bezüglich der Wiedereinführung der Studiengebühren. „Viele Studenten haben keinen familiären Background der immer als Unterstützung dient und müssen sich während ihrer Studienzeit selbst erhalten und dabei können Studiengebühren zusätzlich belasten“, erklärte die 21-Jährige. Ansonsten gibt die Biologiestudentin an, nicht aktiv die Arbeiten der Regierung zu verfolgen. Sie ist grundsätzlich positiv eingestimmt und schenkt der Politik ihr volles Vertrauen.

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