Schnitzel-Fünfziger: Wahlzuckerl oder sinnvolle Soforthilfe?

Um die von der Corona-Krise stark getroffene Wiener Gastronomie wieder anzukurbeln, verschickte die Stadt Wien Gastro-Gutscheine an alle Wiener Haushalte. Damit sollen sowohl die Wiener*innen, als auch die krisengebeutelten Gastronom*innen unterstützt werden. Doch die Aktion löst nicht nur positive Reaktionen aus.

Große Verluste für die Gastronomie

Auch das geliebte Wiener Wirtshaus blieb von der Corona Krise nicht verschont und musste auf Grund der Verordnungen der Regierung für mehrere Monate seine Türen schließen. Durch die ausbleibenden Gäst*innen verzeichnet die Gastronomie in diesem Jahr ein großes Minus.

Rettung naht

Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig verspricht jetzt aber Hilfe in Form von „Wiener-Gastro-Gutscheinen“, die den Konsum nun wieder ankurbeln sollen. „Wir lassen unsere Wirtshäuser nicht im Stich“, versichert er den Wiener Gastronom*innen. Die Gutscheine im Wert von 25 Euro für Einpersonenhaushalte, oder 50 Euro für Mehrpersonenhaushalte wurden diese Woche per Post an insgesamt 950.000 Wiener Haushalte verschickt.

Lob von der Wiener Wirtschaftskammer

Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien, lobt die mit 40 Millionen Euro budgetierte Gutschein-Aktion: „Genau solche Aktionen dienen dazu das Wiederanfahren zu unterstützen“. Die Stadt Wien will mit den Gastro-Gutscheinen nicht nur zeigen, dass sie für alle 6.500 Gastronomie Betriebe und jeden der 60.000 Arbeitsplätze kämpfen, sondern sich damit auch für den Zusammenhalt der Stadtbewohner*innen während der Corona-Krise und den damit verbundenen Einschränkungen bedanken.

Opposition sieht rot

Bei den Wiener Oppositionsparteien stößt die Aktion allerdings auf Kritik. „Das offizielle Schreiben der Stadt Wien schaut aus wie eine SPÖ-Werbung – sicher kein Zufall so knapp vor der Wien-Wahl“, sagt ÖVP-Stadtrat Markus Wölbitsch. Auch die NEOS sprechen von einer „teuren Wahlkampfinszenierung“ seitens der Wiener SPÖ. Neben der bürokratischen Umsetzung kritisieren die Freiheitlichen den Ausschluss der traditionellen Buschenschanken: „Diese unglaubliche Unausgewogenheit – auch zwischen Heurigen und Buschenschanken – schreit zum Himmel und zeigt, wie unfähig diese Stadtregierung und die WKW agieren“, so Michael Eischer, Wiener Landtagsabgeordneter der FPÖ.

Ob der Wiener „Schnitzel-Fünfziger“, wie er in den Sozialen Medien inzwischen genannt wird, tatsächlich eine Hilfeleistung darstellt, wird sich zeigen. Auf alle Fälle hinterlässt diese Debatte bereits einen Vorgeschmack auf den heißen Wahlkampf-Sommer in Wien.

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