„Berger Schinken“ und artgerechte Tierhaltung? Wohl eher nicht!

Mehrere Schweine sitzen beim Zulieferer von Berger Schinken in einem verschmutzen Stall. Bild vom Verein gegen Tierfabriken

Die österreichische Firma „Fleischwaren Berger“ wirbt mit Nachhaltigkeit, bester Qualität und Tierwohl. Was steckt dahinter? Aktuelle Fotos und Videos, die dem VGT (Verein gegen Tierfabriken) zugespielt worden sind, zeigen das Gegenteil. Statt Tierwohl lassen sich große Missstände bei einem Zulieferer von Berger erkennen.

Theorie und Realität

Im Video sieht man Schweine mit angebissenen Ohren, abgebissenen Schwänzen und stark verletzten Gelenken. Die Tiere werden auf engem Raum in einem Stall mit Vollspaltenboden ohne Stroh und Beschäftigungsmaterial gehalten. Dieser Boden dient dazu, dass sich die Ausscheidungen der Tiere in einem, sich unter dem Boden befindendlichem, Becken sammeln. Durch die aufsteigenden Dämpfe der Fäkalien steigt jedoch das Risiko, dass die Tiere an Augen- und Lungenentzündung erkranken.

Das Unternehmen wirbt allerdings mit regionaler Schweinemast, und präsentiert auf der Website einen Vorzeigestall mit Stroheinstreu und rund 200 Schweinen. Der VGT kritisiert, dass derselbe Betrieb in den Fabriksgebäuden dahinter ca. 2.000 Schweine unter ganz anderen Bedingungen hält. Nämlich Vollspaltenboden, kein Stroh und in unwürdiger, grausamer Haltung.

Das Video der VGT zeigt weiters einen Schweinekadaver, der neben den lebendigen Schweinen liegt. Ein bereits angefaulter Kopf deutet darauf hin, dass der Kadaver sich schon seit längere Zeit dort befindet. Auch Tiere, die dringende tierärztliche Behandlung bräuchten, werden gezeigt.

Reaktion von „Berger Schinken“

Der Geschäftsführer des Unternehmens, Rudolf Berger, zeigt sich von den Bildern betroffen. Er meinte, dass gesetzliche Grundlagen zur Tierhaltung eingehalten werden müssen, und auch seine Zulieferer diese Voraussetzungen erfüllen müssen. Er sagte weiters dem Kurier gegenüber: „Wir kontrollieren diese sowohl durch eigene Tierwohlbeauftragte als auch durch öffentliche Kontrollstellen. Diese Kontrollen haben hier augenscheinlich versagt.“

In Zukunft sollen die Kontrollen noch schärfer ausfallen als bisher und die Vollspaltenböden sollen durch andere Böden ersetzt werden. Grundsätzlich befinden sich Vollspaltenböden allerdings in der gesetzlichen Norm und auch eine Stroheinstreu ist nicht verpflichtend. Dies regt zum Nachdenken an, ob denn die Tierhaltung in anderen Betrieben tierfreundlicher gestaltet ist? Ein generelles Umdenken der Konsumenten und gesetzliche Verschärfungen wären wünschenswert.

Wir sollten bereit sein den Preis für Fleisch zu erhöhen, um im Gegenzug für eine tierfreundliche Haltung zu sorgen. Es ist weder notwendig noch gesund Fleisch in Massen zu konsumieren. Qualität vor Quantität sollte unser Motto werden, um solche Missstände zu verhindern!

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