Studierende: zwischen Corona-Krise und Mittellosigkeit

Die Auswirkungen der Krise auf Studierende

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Die Corona-Krise hat viele Folgen. Auch Studierende bekommen die Situation zu spüren und geraten teilweise in finanzielle Engpässe. Arbeitslosigkeit, Studiums Aufschub und wie es nach der Krise weitergeht beschäftigt zur Zeit viele.

Immer mehr Betriebe müssen vorläufig schließen

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus fordern von der Bevölkerung nicht nur ihre sozialen Kontakte einzuschränken, sondern verlangen von ihr auch, einen potentiellen finanziellen Ruin in Kauf zu nehmen. Natürlich ist die Entscheidung der Regierung im Moment richtig und es ist wichtig die Beschränkung einzuhalten. Dennoch werden diese auch viele negative Folgen auf Klein-Unternehmen und Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen haben.

Auch viele Studierende treffen die Maßnahmen hart. Sie arbeiten zumeist in gastronomischen Betrieben als Aushilfe. Nun mussten die Restaurants und Bars schließen und studentische Aushilfen werden zumeist als erste entlassen, da sie keine Festanstellung haben. Weil viele aber auf das Geld angewiesen sind, wissen sie jetzt nicht mehr weiter.

Paul hat Angst um seine Existenz

So geht es auch dem Wiener Studenten Paul. Ihn hat es gleich doppelt getroffen. Der gebürtige Deutsche hat als Aushilfe auf Messen gearbeitet. Da diese nun aber alle abgesagt wurden, hat er jetzt keinen Job mehr. Mit dem Unterhalt vom Vater und dem Geld von der Messe hat er immer gut leben können. Jetzt aber droht ihm noch ein zweiter Schlag: Seinem Vater, ein Unternehmer in der Tourismusbranche, droht nun die Insolvenz, da auch sein Unternehmen unter der Krise leidet, so Paul.

„Das ausbleibend der Arbeit allein hätte ich irgendwie überstanden. Das ich jetzt höchstwahrscheinlich auch keinen Unterhalt mehr bekomme stürzt mich aber in eine Notlage.“

Paul

Die Notlage ist, dass er womöglich bald seine Miete nicht mehr zahlen kann und auch Lebensmittel wird er in Zukunft sparsamer einplanen müssen. Was nun passiert, weiß er nicht. Bisher hatte er für die deutsche Studienbeihilfe keine Berechtigung. Auch wenn es mittlerweile Unterstützung für Studierende gibt, die aufgrund von Corona in eine finanzielle Schieflage geraten sind, fühlt sich Paul noch nicht in Sicherheit: „wenn ich jetzt Hilfe beantrage, heißt es nicht, dass mir das in den nächsten Monaten hilft. Behörden brauchen immer ewig und ich benötige die Unterstützung sofort.“ gibt der verzweifelte Student zu bedenken. Für ihn bleibt es abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt.

„Ich habe Angst um meine Existenz. Zumindest was die nächste Zeit angeht.“

Paul

Die ÖH reagiert mit Hilfefonds für Studierende in Notlage

Paul ist einer von vielen Studierenden, die in dieser Zeit betroffen sind. Um sie in dieser Zeit der Krise zu unterstützen, haben die Universitäten in Österreich bereits auf deren heikle Situation reagiert. Dafür bietet die ÖH-Bundesvertretung studierenden, die durch Corona in eine finanzielle Notlage geraten sind Hilfefonds an. Die ÖH der Uni Wien hat beschlossen, den Sozialbudgettopf um 250.000 Euro aufzustocken. Ein Teil dieses Geldes soll auch in Initiativen und Kampagnen für Studierende fließen.  Die Mittel dafür kommen aus eigenen Rücklagen. Sie gibt an, dass sie seit der Schließung der Universitäten von bereits mehr als 3.000 Studierenden einen Antrag auf Hilfe erhalten hat. Dies zeigt wie schwer die Situation für viele Studentinnen und Studenten ist.

Hier gibt es Informationen zu den Hilfefonds:

Information: Hilfefonds der ÖH-Uni Wien

Information zu Covid-19 der ÖH-Bundesvertretung