Italien stolz, Spanien kann „nicht wegschauen“

Italiens Regierungschef Salvini spricht nach der erfolgreichen Abwehr des Flüchtlingsboots stolz von einem „Sieg Italiens“. Ob dies angesichts der Tatsache, dass es hierbei um 629 Menschenleben geht, angebracht ist, bleibt weiterhin eine brisante Streitfrage. Der Grund für Italiens Widerstand gegen die Aufnahme des Bootes ist laut der Regierung, die fehlende Unterstützung im Umgang mit den andauernden Flüchtlingsströmen die seit 2015 auf Booten regelmäßig an der Italienische Küste anlegen. Salvani wünsche sich auch in Zukunft Unterstützung von Spanien aber auch von Frankreich. In Spanien sprechen sich die zuständigen Politiker für ein Handeln aus Menschlichkeit aus: „Wir konnten nicht wegschauen.“ Aus Malta gab es bisher noch keine Stellungnahme.

Über 100 Kinder an Bord

Fraglich bleibt, was mit dem Boot passiert wäre, wenn Spanien die Anlegeerlaubnis nicht erteilt hätte. Weder Malta noch Italien, wollen sich zu den Vorwürfen äußern, mit denen sie sich nun konfrontiert sehen. Auf dem Boot seien etwa 100 Minderjährige, darunter 11 kleine Kinder, außerdem mehrere schwangere Frauen, was aus menschenrechtlicher Sicht durchaus als problematisch einzustufen ist. Ob und wie die EU auf dieses Tauziehen um Menschenleben reagiert, bleibt abzuwarten. Es ist absehbar, dass dies nicht das letzte Flüchtlingsboot war und somit Handlungsbedarf im Umgang mit der fehlenden Hilfeleistung besteht.

Anliegen an Österreich

Salvani erhofft sich mit der kommenden Ratspräsidentschaft Österreichs in der EU ab 1. Juli Unterstützung bei der Grenzsicherung an Italiens Küste. Was genau mit den Flüchtlingen passieren soll, die laut Salvani nicht aufgenommen werden können, erwähnt er dabei nicht.

Bildnachweis: „12/06/2018 Margarita Robles ofrece el apoyo de la Armada para ayudar al „Aquarius““ by Ministerio de DefensaCC BY-NC-ND 2.0