Strache

Im November nahm Vizekanzler Strache an der Grundsteinlegung des Denkmals für die Trümmerfrauen teil. „Unsere Frauen haben unter schwersten Entbehrungen, viel Fleiß und Schweiß den Grundstein für den Wiederaufbau nach dem Krieg gelegt. Diese Anerkennung und unsere Dankbarkeit haben sich die Trümmerfrauen redlich verdient“, sagt Strache in der Dankesrede. Dass es die Trümmerfrauen niemals gegeben hat, scheint ihn wenig zu stören.

Das Bild der Trümmerfrauen

Glaubt man dem Mythos, waren Trümmerfrauen junge, optimistische und fröhliche Frauen. Sie räumten den Schutt weg und schauten in eine strahlende Zukunft. Die Medien zielten darauf ab, die gefährlichen Aufräumarbeiten als eine positive Tätigkeit für Frauen darzustellen. Tageszeitungen verbreiteten gestellte Bilder von geschminkten, gut gekleideten Frauen und die Bilder brannten sich in das Gedächtnis der Menschen ein. Die Realität war jedoch eine andere.

Eine wenig heldenhafte Arbeit

Eine Studie aus dem Jahr 2014 von Leonie Treber widerlegt endgültig die Existenz der Trümmerfrauen in der Nachkriegszeit in Deutschland. In Wirklichkeit war die Trümmerräumung eine Strafarbeit, die unter anderem von NSDAP-Mitgliedern und Kriegsgefangenen verrichtet wurde. Arbeitslose wurden zu der Arbeit verpflichtet, da man ihnen sonst die Lebensmittelkarten gestrichen hätte. Ein geringer Anteil dieser Arbeiter war weiblich. Den größten Teil erledigten allerdings schwere Maschinen und Männer, wie auch Bilder aus Trebers Studie beweisen.

Deutschland in der Opferrolle

Der Grund für das Aufrechterhalten des Bildes der Trümmerfrauen ist ein einfacher: Image! Die Opferbereitschaft und Leistung der Deutschen soll hervorgehoben werden. Außerdem sind sie ein Instrument, um Deutschland als Opfer des Zweiten Weltkriegs darzustellen. Wir fragen uns: Herr Strache, wäre nun nicht die Zeit, ehrlich mit der Vergangenheit umzugehen und aus den Fehlern zu lernen?

HIER können Sie genaueres zur Studie nachlesen.