Donald Trump (Foto: ©Matt A. Johnson)

Goschat bedeutet aber nicht nur „redegewandt und schlagfertig“, sondern auch „in seinen Reden frech und ausfallend“ zu sein. Goschat.at wirft einen Blick auf das aktuelle politische Klima und zeigt 10 goschate Politiker aus Österreich und der Welt, die entweder durch ihre Redegewandtheit auffallen, oder weil sie in ihren Reden auf freche, ausfallende Art und Weise über’s Ziel hinausschießen.

 

„Wenn’s am Ende so viele Stimmen wie Selfies sind, schaut’s schon mal gut aus“

Sebastian Kurz (Foto: ©BKA/Andy Wenzel)

1. Sebastian Kurz, 31 Jahre, Bundeskanzler

Der Polit-Star Österreichs hat sich schon in jungen Jahren für die Politik begeistert. Das Jus-Studium hat er abgebrochen und sich dann seiner politischen Karriere gewidmet, die 2017 mit der Angelobung zum Bundeskanzler ihren bisherigen Höhepunkt erreicht hat. Der Bundesparteiobmann der ÖVP ist vor allem durch seine zielstrebige, höfliche und redegewandte Art so erfolgreich. Besondere Aufmerksamkeit bekam 2010 die von Kurz geleitete „Schwarz macht Geil“ Kampagne, bei der er Geil-O-Mobile durch die Bundeshauptstadt fahren ließ. Auch im Wahlkampf hatte er flotte Sprüche auf den Lippen.

 

„Manchmal habe ich das GEfühl, er [Kurz] wollte eigentlich nur klassensprecher werden, und dann ist das ganze eskaliert“

Heinz Christian Strache (Foto: ©Parlamentsdirektion/PHOTO SIMONIS)

2. Heinz Christian Strache, 48 Jahre, Vizekanzler

Der Zahntechniker, Unternehmensgründer und ehemalige Prokurist ist seit 2005 Bundesparteiobmann FPÖ und seit 2018 Bundesminister für öffentlichen Dienst und Sport der Republik Österreich. Strache fällt vor allem durch seine rechtspopulistischen Äußerungen auf und ist dadurch oft in den Medien vertreten. Heute in der Regierung etwas braver, hat er 2017 gegen seinen Konkurrenten scharf geschossen.

 

 

 

„Sie sind ein bisserl wo ang’rennt!“

Eva Glawischnig-Piesczek (Foto: © Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS)

3. Eva Glawischnig, 49 Jahre, ehemalige Politikerin

Die Mutter zweier Söhne kam über ihr Jus-Studium in die Politik. Als juristische Beraterin einer Umweltschutzorganisation wechselte sie in die Bundespartei der Grünen. Ab diesem Zeitpunkt hat sie eine steile politische Karriere durchlaufen, die im Mai 2017 ein jähes Ende fand. Glawischnig musste aus gesundheitlichen Gründen mit der Politik aufhören. Letzten Monat landete sie wieder in den Medien, weil sie beim Glücksspielkonzern Novomatic angestellt wurde. Diesen hatte sie vorher als Politikerin öfter kritisiert. Bei Parlamentsdebatten argumentierte sie nicht nur sachlich.

 

 

„Es gibt da und dort Gute und Trottel“

Marlene Svazek (Foto: ©Parlamentsdirektion/PHOTO SIMONIS)

4. Marlene Svazek, 25 Jahre, Generalsekretärin

Die Salzburger FPÖ-Landesparteiobfrau steht als Kandidatin bei der Landtagswahl in Salzburg am 22. April 2018 zur Wahl. Das politische Ausnahmetalent gilt als ehrgeizig, intelligent, redegewandt und direkt. In der männerdominierten FPÖ ist sie ein weibliches Aushängeschild, das sich selbst als heimatverbunden und „nationalliberal“ beschreibt. Besonders klug vermarktet sie sich in ihrer politischen Heimat in Salzburg mithilfe der dortigen Boulevardpresse. Auch im Interview mit „Die Presse“ nimmt sie kein Blatt vor den Mund.

 

 

„nein, ich schau da gar nicht hin. Sie sollen meine Frage beantworten“

Alexander Van der Bellen (Foto: ©Österreichische Präsidentschaftskanzlei/PKR)

5. Alexander Van der Bellen, 74 Jahre, Bundespräsident

Der heute parteilose Wirtschaftswissenschaftler, der früher bei den Grünen war, gilt als Mann mit klaren Vorstellungen. In seinen zahlreichen Reden, die er als Bundespräsident zu halten hat, zeigt er seine eigene Meinung. So kündigte er zum Beispiel während seines Wahlkampfes häufig an, die FPÖ nicht mit einer Regierungsbildung zu beauftragen, unabhängig von ihrer Stärke. Beim moderatorenlosen ATV-Duell wurde selbst der sonst so ruhige Politiker seinem Konkurrenten Hofer gegenüber patzig.

 

 

 

„Das ist, ehrlich gesagt, der nächste populistische vollholler“

Christian Kern (Foto: ©BKA/Andy Wenzel)

6. Christian Kern, 52 Jahre, ehemaliger Bundeskanzler

Der Bundesparteiobmann der SPÖ und Oppositionsführer der derzeitigen Regierung ist während seiner kurzen Amtszeit unter anderem auch durch prägende Aussagen bekannt geworden. Als ehemaliger Wirtschaftsjournalist kennt er sich mit dem Spiel der Wörter besonders gut aus. So ist es kein Wunder, dass er mit der Aussage Kurz wäre ein „populistischer Vollholler“, als der die Schließung der Mittelmeerroute gefordert hat, ein geflügeltes Wort geschaffen hat. Vollholler wurde 2017 übrigens zum Wort des Jahres gekürt.

 

 

„Fakt ist, dass alle terroristen irgendwann einmal flüchtlinge waren“

Viktor Orban (Foto: ©Károly Árvai/kormany.hu)

7. Viktor Orbán, 54 Jahre, Ministerpräsident von Ungarn

Erst am 8. April war die Parlamentswahl in Ungarn, bei der der Vorsitzende der Fidesz-Partei zum dritten Mal zum Regierungschef gewählt wurde. Kritiker befürchten nun den Abbau von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in dem Land. Auch die Konflikte mit Europa werden vermutlich größer, da Orbán kein Blatt vor den Mund nimmt. Schon 1989 wurde er landesweit durch eine Rede auf dem Budapester Heldenplatz bekannt, bei der er den Abzug der Sowjettruppen forderte. Auch heute sind seine Worte scharf und polarisierend. Das zeigt sich vor allem bei der Flüchtlingsdebatte, bei der Orban gerne polarisierende Dinge sagt.

 

„Ich könnte auf der 5th Avenue stehen und jemanden erschießen und würde keine Wähler verlieren“

Donald Trump (Foto: ©Matt A. Johnson)

8. Donald Trump, 71 Jahre, Präsident der Vereinigten Staaten, ehem. Unternehmer

Der ehemalige Unternehmer und Milliardär war schon vor Amtsantritt eine der bekanntesten Personen in den vereinigten Staaten. Als erster Präsident ohne vorheriges politisches Amt oder militärischen Rang und mit dem höchsten Lebensalter bei Amtsantritt zieht der Republikaner immer wieder die Aufmerksamkeit von Massenmedien auf sich. Seine einfache Sprache, die zuweilen radikalen Vorschläge und seine frechen Äußerungen nutzt er unter anderem für spontane Twitter-Botschaften, die nicht immer einen Sinn ergeben müssen („covfefe“).

 

„Die stärkste Waffe gegen Hassreden ist nicht Unterdrückung; es ist mehr Reden“

Barack Obama (Foto: ©janeb13/Pixabay)

9. Barack Obama, 56 Jahre, ehemaliger Präsident Amerikas

Der Rechtsanwalt, der als erster farbiger Präsident in die Geschichte Amerikas eingegangen ist, wurde besonders durch seine mitreißenden Reden bekannt. Der Demokrat hat während seiner Amtszeit bemerkenswertes geschafft. Zum einen die Gesundheitsreform, die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren und ein Abrüstungsvertrag mit Russland. Es ist also nicht erstaunlich, dass er einen Friedensnobelpreis verliehen bekommen hat. Mit seinen Reden gelang es ihm immer wieder hunderttausende Menschen mitzureißen.

 

 

„Ich werde den geisteskranken, dementen US-Greis gewiss und auf jeden Fall mit Feuer bändigen“

Kim Jong-un (Foto: ©Blue House (Republic of Korea)/KOGL)

10. Kim Jong-un, 32 Jahre, oberster Führer der „demokratischen Volksrepublik Korea“ (Nordkorea)

Über den Staatschef von Nordkorea ist kaum etwas bekannt, da alle Medien durch die dortige Regierung kontrolliert sind und keine Informationen aus seinem Amtssitz, oder über die Landesgrenzen kommen. So wurde auch sein tatsächliches Alter erst 2016 enthüllt, im Zuge von Sanktionen, die die USA gegen Nordkorea verhängt hat. Was man allerdings von Kim Jong-un mitbekommt sind seine Drohgebärden und Erpressungsversuche. In dieser Liste ist er wohl der Politiker, der am frechsten und besonders ausfallend ist.

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