Italienische Mafia als Hinweis

Kuciaks investigative Journalistenarbeit konzentrierte sich auf die Verbindung zwischen der italienischen Mafia ‚Ndrangheta und der slowakischen Regierung. Die in der Ostslowakei tätigen Mitglieder der Mafia werden mit mehreren Haftbefehle sowohl in der Slowakei als auch in Italien gesucht. Kuciak und seine KollegInnen stellten fest, dass es Zusammenhänge zwischen ‚Ndrangheta und einigen slowakischen Politikern gebe. In den meisten Fällen ginge es um schweren Steuerbetrug und Korruption. Nun führte diese gefährliche Recherche zu seinem eigenen Tod und dem seiner Lebensgefährtin.

Journalisten in Angst

Nach dem Mord an Kuciak und seiner Verlobten gerieten viele seiner ArbeitskollegInnen in Gefahr. Pavla Holcová, tschechische investigative Journalistin, musste aufgrund der Zusammenarbeit mit Kuciak zur Sicherheit ihr Aussehen verändern und wurde unter Polizeischutz gestellt. Wie sich diese Situation für die JournalistInnen weiterentwickeln wird ist noch nicht klar.

Premierminister tritt zurück

Der bereits zurückgetretene Regierungschef Robert Fico äußerte sich laut Aktuality.sk zu der komplizierten politischen Situation mit folgenden Worten:

„Wir werden nicht auf dem Grab zweier jungen Menschen tanzen, so wie es die Opposition und die Medien machen.“

Er sei berühmt für seine absurden Aussprüche und sein niedriges Niveau, sagt Beata Balogová, die Chefredakteurin von der unabhängigen Tageszeitung SME, im Gespräch mit SPIEGEL. Er und seine sozialdemokratische Partei SMER stehen derzeit unter Druck.

Slowakei befindet sich in Krise

Dieser Vorfall veränderte die aktuelle politische Situation des Landes komplett. Seit 1989 handelt es sich um den größten Protest. Im letzten Monat gab es viele Demonstrationen und es kam zu einigen Rücktritten aus verschiedenen Positionen. Der slowakische Staat steht momentan vor einer schweren Krise, weshalb der Präsident Andrej Kiska Neuwahlen fordert. So bilden Korruption, Hass und Misstrauen in staatliche Behörden die neue Perspektive des Landes.

Hier geht es zum Kondolenzbuch von Jan Kuciak.

Bildnachweis: #AllForJan by Peter TkacCC BY-SA 2.0

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